Schweizer Blasmusik-Dirigentenverband

Coronavirus Covid-19: Der Schweizer Kultursektor steht zusammen

Der Kultur- und Veranstaltungssektor zeigt sich erfreut über den konstruktiven Austausch mit den Bundesbehörden, erwartet nun aber auch rasche und griffige Massnahmen wegen Covid-19.
 


Die Vertreterinnen und Vertreter der Kulturschaffenden sowie der Veranstaltungsbranche haben
sich heute Donnerstag in Bern zu einer Anhörung mit dem Bundesamt für Kultur BAK und der Pro
Helvetia getroffen. Gemeinsames Ziel ist, die vielfältige Schweizer Kulturlandschaft sowie ihre Orte,
Veranstalter und Arbeitsplätze zu erhalten. Dafür müssen und wollen alle Akteurinnen und Akteure
am gleichen Strick ziehen. Schnell greifende Massnahmen sind nötig, um Schäden wegen der
«Coronakrise» zu verhindern oder zumindest abzumildern, die die Branche im Speziellen, aber auch
die wirtschaftliche Entwicklung des ganzen Landes nachhaltig treffen können.


Bei den heutigen Anhörungen konnten wir die schwierige Situation schildern und stellten folgende
Forderungen:


Ziel: Erhalt der vielfältigen Schweizer Kulturlandschaft und ihrer Orte und Arbeitsplätze, auch im
Bereich der Laienkultur
1. Temporäre ALV im Kulturbereich für Selbstständigerwerbende und alle, bei denen die
Kurzarbeit jetzt nicht greifen würde (z.B. EinzelunternehmerInnen, Freischaffende,
Geschäftsleitungen, InhaberInnen sowie TeilhaberInnen)
2. Unkomplizierter Zugang zu Kurzarbeit für alle KMU im Bereich Kultur
3. Kompensation für ausgefallene Veranstaltungen, inkl. Künstlerentschädigung
4. Notfallkasse für existentiell bedrohte Kulturschaffende und -Betriebe
5. Öffentliche Gelder in Kultur müssen weiterfliessen, Kulturförderer (auch private) sollen sich
koordinieren
6. Weiterhin direkter Einbezug der Organisationen von Kulturschaffenden und
VeranstalterInnen bei Ausgestaltung und Umsetzung der konkreten Massnahmen


Für uns Vertreterinnen und Vertreter des Kultur- und Veranstaltungssektors ist klar, dass wir aufgrund
unserer speziellen Arbeitssituation besonders betroffen sind. Obwohl die Situation derzeit schwierig
ist, tragen wir die Massnahmen des Bundes wie auch der Kantone mit und übernehmen unsere
Verantwortung im Umgang mit Covid-19. Wenn der Kultur- und Veranstaltungsbetrieb momentan
unter schwierigen Bedingungen weiterläuft, dann nicht zuletzt, weil wir darum besorgt sind, dass
das soziale Leben mit einem höchstmöglichen Mass an Normalität weitergehen kann und unser
Land «in Betrieb» bleibt.


Darüber, dass die Kultur- und Veranstaltungsbranche ein bedeutender Wirtschaftszweig ist,
bestehen keine Zweifel. Allerdings zeigt die aktuelle Situation auch auf, dass nur wenig konkrete
Daten zu tatsächlichen wirtschaftlichen Auswirkungen eines plötzlichen Wegfalls von Teilen dieser
Branche vorhanden sind. Die seit Jahrzehnten vorgetragene Forderung nach statistischer und
volkswirtschaftlicher Erfassung des Kultur- und Veranstaltungssektors hat in den letzten zwei Wochen
eine plötzliche Dringlichkeit erhalten.


Ebenfalls zeigen die Entwicklungen der letzten zwei Wochen erneut auf, wie viele Arbeitnehmende
im Kultur- und Veranstaltungsbereich in prekären und unterversicherten Arbeitsverhältnissen agieren
müssen. Der Anteil der Selbstständigerwerbenden, Freischaffenden und Einzelunternehmern, die
weder vom Instrument der Kurzarbeit erfasst werden können noch durch die
Arbeitslosenversicherung abgesichert sind, ist ungleich höher als in den meisten anderen Branchen.
Hier müssen kurzfristige Massnahmen getroffen werden, um eine nachhaltige Schädigung der
Branche zu verhindern. Gleichzeitig müssen die Lehren aus den aktuellen Ereignissen gezogen
werden, um mittelfristig notwendige Änderungen insbesondere im Bereich der Sozialversicherungen
anzugehen.