Schweizer Blasmusik-Dirigentenverband

SRF und Kultur: Gemeinsam geht es besser

Suissesculture fordert SRF zum Dialog auf.

 

 

Medienmitteilung von Suissesculture (Suisseculture ist der Dachverband der Organisationen der professionellen Kultur- und Medienschaffenden der Schweiz und der schweizerischen Urheberrechtsgesellschaften)

Die strategischen Änderungen bei der SRG stellen neben dem neuerlichen Abbau der Kulturproduktion einen grundsätzlichen Paradigmenwechsel dar, dessen Auswirkungen auf die Kulturbereiche in mehrfacher Hinsicht nicht absehbar sind. Einerseits, weil der Prozess der Erarbeitung dieser Strategien intransparent ist. Andererseits weil die Vertreterinnen der Kulturverbände, insbesondere Suisseculture als Vertretung der Kulturschaffenden und ihrer Urheberrechtsgesellschaften, nicht aktiv in den Prozess involviert sind.

Suisseculture ist sich bewusst, dass der technologisch bedingte Wandel der Verbreitungs- und Konsumationsformen von Medien («Digitalisierung») für die SRG und ihre Kulturabteilungen ein wichtiger Prozess der Neuausrichtung darstellt. Dieser Prozess wird weitreichende Folgen haben und bedeutet, dass sehr viele grundlegende Überlegungen und Abklärungen gemacht werden müssen, was die langfristigen Folgen betrifft. Suisseculture erkennt in der Digitalisierung grundsätzlich grosse Chancen, besteht aber darauf, dass damit kein Qualitätsabbau erfolgt und die Kulturschaffenden aktiv in diesen Prozess involviert werden.

Die Bevölkerung der Schweiz, die den Service Public von Radio und Fernsehen finanziert und gewichtige Beiträge auch an private Lokalsender leistet, hat ein Recht darauf, dass der Kulturauftrag der Verfassung durch ausgewiesene Fachleute ausgestaltet wird und dass dabei das Kulturleben des Landes mitgestaltend einbezogen wird – die Kulturschaffenden wie auch andere qualifizierte Akteure des Kulturlebens, der Bildung und der Wissenschaften.

Suisseculture erwartet daher künftig nicht nur informiert bzw. angehört, sondern als aktiver Partner mit einem anerkannten und notwendigen Wissen in die strategische Planung mit einbezogen zu werden.

Die Verlagerung von Programmteilen aus einem werbefreien Service Public hin zu kommerziellen privaten Plattformen werfen zudem insbesondere im Bereich der Urheberrechte grundsätzliche Fragen auf, nicht nur, aber auch in Bezug auf die finanzielle Entschädigung von Kulturschaffenden. Hier besteht die Chance eine Führungsrolle in einem breiten gesellschaftlichen Dialog einzunehmen, der unbedingt geführt werden muss und der über die Dimension von Radio und Fernsehen hinausgeht.

Zu klären bleibt, ob die Verlagerungen von Programmteilen auf private, durch Werbung finanzierte Plattformen nicht im Widerspruch zur Konzession stehen. In jedem Fall sind die Reduktionen von Sendeplätzen ein Verlust, der mit einem Verlust an Qualität der Programme einhergeht. Die SRG ist ein wichtiger Player für den Erhalt der kulturellen Vielfalt in unserem Land, sowohl mit ihren Kulturproduktionen als auch über die Kulturberichterstattung. Durch die Pandemie steht der Kultursektor seit einem Jahr praktisch still und jeder Franken, der in die Kulturproduktion und die Urheberrechte fliesst, muss erhalten bleiben, nicht erst seit Ausbruch von Covid-19, aber jetzt erst recht. Daher ist es an der Zeit, sich trotz schwindenden Budgets gemeinsam mit der Kulturbranche für einen starken Service public mit einem qualitätvollen Kulturprogramm für alle Generationen einzusetzen.