Skip to main content
Schweizer Blasmusik-Dirigentenverband

Probenbesuche

«Das ist gut – aber gut reicht nicht»

15. September 2026
von Theo Martin
Der erste BDV-Probenbesuch im Jahr 2026 führte uns zur Oberaargauer Brass Band. Wenige Tage vor dem Swiss Open ist der Rhythmus hoch, wie die 15 anwesenden Dirigenten beobachten konnten.

Die Probenbesuche des Schweizer Blasmusik-Dirigentenverbands geben Einblick in den normalen Probenalltag – Roland Fröscher bereitet die Oberaargauer Brass Band in der drittletzten Probe auf den Swiss Open vor.

Das Aufgabenstück (Test Piece) für den Besson Swiss Open Contest 2026 ist «Scenes from a Silent Movie» von Z 1920. Der Komponist Peter Graham ist anwesend und sitzt am Samstag, 19. September, im KKL Luzern selbst in der Jury. Das Selbstwahlstück wird vor dem Swiss Open traditionell nicht verraten.

Bei unserem Probenbesuch haben sich die Mitglieder individuell eingespielt. Nach einem Choral geht es sofort in die Detailarbeit des Aufgabestücks – und schon während der ersten Töne kommen die ersten Korrekturen («diese Attacke ist zu hart»).

Bald danach folgen die ersten Modifikationen zur Balance – verbunden mit der Aufforderung, rasch auf Anzeigen zu reagieren. So kurz vor dem wichtigen Auftritt ist von der jungen Crew Konzentration gefragt (in der Back Row liegt das Durchschnittsalter unter 20 Jahren).

Nun folgt das Einstimmen, bevor es an die Detailarbeit geht. Der Dirigent nimmt nochmals den Anfang auf und verlangt von den Bässen weichere Töne («keine Explosion»). Andernorts will er, dass sich im Diminuendo die Intonation nicht ändert.

Fröscher wechselt dabei fliessend von Dialekt über Hochdeutsch zu Französisch. Die Kadenz ist hoch. Die Mitglieder sind gefordert, denn die Probe an diesem Montag dauert von 19.45 bis 22.15 Uhr.

Später wird intensiv am Puls gearbeitet. Es gebe zwei, drei neuralgische Stellen, an denen Tempo verloren gehe – «aber wir sind zusammen, das ist erfreulich». So kurz vor dem Swiss Open bleiben die Ansprüche hoch. Und das führt dann auch zur Aussage: «Das ist gut – aber gut reicht nicht.»

 

Der BDV bedankt sich sehr herzlich bei der OBB, insbesondere bei Dirigent Roland Fröscher und Präsident Beni Hodel, für die Möglichkeit, einer Probe beizuwohnen.



Probe verpasst? Am 16. September findet eine öffentliche Probe statt: 19.45 Uhr, Alte Mühle Langenthal

 

Aus der Website der OBB:

Roland Fröscher studierte Euphonium an der Hochschule der Künste Bern und an der Musikhochschule Lausanne in der Klasse von Roger Bobo mit Abschluss des Lehrdiploms mit dem Prädikat «mit Auszeichnung», schloss das Solistendiplom bei Thomas Rüedi mit dem Prädikat «mit Auszeichnung» ab und studierte Orchesterdirektion bei Dominique Roggen. Parallel dazu beendete er seine Ausbildung zum Gymnasiallehrer im Fach Musik an der Universität Bern.

Auftritte als Gastsolist, Orchestermusiker und Gastdozent an Musikhochschulen führten ihn in verschiedene Länder Europas, nach Kanada, Japan, Australien, in die USA sowie nach Südamerika.

Seine Affinität zur Blasmusik lernte Roland Fröscher u.a. in seiner langjährigen Zeit in der Brass Band Berner Oberland kennen. Er ist Preisträger verschiedener nationaler Wettbewerbe wie z.B. dem «Swedish National», dem «Australian National», dem «British Open» oder diversen Regionals, für welche er als Solo-Euphonist verpflichtet wurde. Erwähnenswert sicherlich der Gewinn des ECHO-Klassik 2012 mit seiner zweiten Solo-CD für die beste Konzerteinspielung des Jahres/Bläser.

Aktuell unterrichtet Roland Fröscher als Dozent für Fachdidaktik tiefes Blech an der Hochschule der Künste Bern sowie als Euphoniumlehrer an regionalen Musikschulen. Nebst der Tätigkeit als Solist und Pädagoge ist er auch als Dirigent verschiedener Schweizer Brass Bands und Blasorchester sowie als Experte tätig.

SCS

Größe: 280.16 kb