Sales Kleeb
Richenthaler Komponist verstorben
Der Innerschweizer Sales Kleeb ist am 30. März im Pflegezentrum Luegeten in Menzingen verstorben. Das geht aus einer Todesanzeige der Familie und einem Bericht der Zuger Zeitung hervor.
Sales Kleeb wurde 1930 in Richenthal als sechstes und zweitjüngstes Kind der Lehrer- und Musikerfamilie Kleeb-Ruckstuhl geboren. Er besuchte das Lehrerseminar in Hitzkirch und studierte Musiktheorie und Komposition. Von 1951 bis 1960 unterrichtete er als Primarlehrer in Richenthal, dirigierte erste Musikgesellschaften, später auch Militärspiele.
Anschliessend bildete er sich an der Musikakademie Zürich zum Dirigenten weiter und zog in den 1960er Jahren nach Zug, wo er jahrzehntelang als Dirigent und Musikschulleiter wirkte. Dort reformierte er das Musikschulwesen. Er war Mitbegründer des «Verbandes Musikschulen Schweiz». Zudem wirkte er als Komponist und Experte.
Als Komponist hat er ein reichhaltiges Werk hinterlassen – Blasorchesterliteratur, Chor- und Kirchenmusik sowie Kammermusik. Dafür wurde er vielfach ausgezeichnet,erhielt etwa den Alberik-Zwyssig-Preis und den Stephan-Jaeggi-Preis.
Seine charmante Art, sein verschmitztes Wesen und seine profunde Sachkenntnis werden uns in Erinnerung bleiben.
Einen bleibenden Wert haben Sales Kleeb und seine Freunde mit der App Sales Kleeb geschaffen. Hier erzählte der Innerschweizer 2011 über Stunden seine Geschichte - zum Beispiel, wie er als Sechstklässler seinen Vater (Lehrer und Gemeinderat) stundenweise ersetzen musste. Dazu kamen Anekdoten aus der Jugend, aus dem Lehrerseminar, von den ersten Stellen, von der Kadettenmusik der Stadt Zug, von der Musikschule Zug, von der Zeit nach der Pensionierung usw. Die App ist ein Stück Zeitgeschichte und auch ein Dokument über die Blasmusik am Anfang des 20. Jahrhunderts. Auf der Website von Andreas Kleeb können die Beiträge ausserdem im MP3-Format angehört werden. Es lohnt sich wirklich!
Wir entbieten der Trauerfamilie unser aufrichtiges Beileid.
Biografie (aus der Website isaleskleeb.ch)
Sales Kleeb, Zug
Geboren 1930 in Richenthal LU als sechstes und zweitjüngstes Kind der Lehrer- und Musikerfamilie Kleeb-Ruckstuhl. 1945 bis 1950 Besuch des luzernischen Lehrerseminars Hitzkirch und vielseitige musikalische Ausbildung bei Professor Josef Pfenniger. 1950 bis 1961 Primarlehrer in Richenthal und Dirigent mehrerer Musikgesellschaften. Ausbildung zum Spielführer und Leiter verschiedener Regimentsspiele. 1959 bis 1962 Studium an der Musikakademie Zürich mit Diplomabschluss. 1962 bis 1987 Leiter des Jugendblasorchesters der Musikschule der Stadt Zug (Kadettenmusik der Stadt Zug), 1967 bis 1993 Reorganisator und Leiter der Musikschule der Stadt Zug. Mitbegründer des «Verbandes Musikschulen Schweiz» VMS, 1989 bis 1998 Kursleiter und Referent in der Schulleiterausbildung des VMS. 1975 bis 2000 Prüfungsexperte am Konservatorium Luzern bzw. an der Fakultät I der Musikhochschule Luzern, Jurytätigkeit im Schweizerischen Blasmusikverband (SBV).
Kompositionen für verschiedene Ensembles, Aufgabestücke für den Schweizerischen Brass Band Wettbewerb in Montreux und für das Eidgenössische Musikfest. Diverse Kompositionspreise u.a. von der «Union Européenne de Radiodiffusion» und Sonderpreis des Alberik-Zwyssig-Preis-Wettbewerbs für Chorkompositionen, 2004 Uraufführung der Johannes-Messe in der Hofkirche Luzern, 2008 Uraufführung der «Zuger Fronleichnams-Messe». 1988 kultureller Anerkennungspreis des Regierungsrates des Kantons Zug, 1990 Stephan-Jaeggi-Preis des Eidgenössischen Musikverbandes, 2004 Ehrenbürgerrecht der Heimatgemeinde Richenthal, Ehrenmitglied des Verbandes der Musikvereine des Kantons Zug, des Schweizerischen Musikpädagogischen Verbandes (SMPV) sowie der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Jugendmusik und Musikerziehung (SAJM). Verheiratet mit Hildegard Häfliger (1930-2008), drei Kinder, zwei Grosskinder.